Vertrauensperson im Unternehmen
Unabhängig von der Größe des Unternehmens obliegt es dem Arbeitgeber, die körperliche und geistige Gesundheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu schützen.
Rechtlicher Rahmen
Nach Art. 2 Abs. 1 der Arbeitsrechtsverordnung 3 (OLT 3) ist «der Arbeitgeber verpflichtet, alle notwendigen Weisungen zu erteilen und alle erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, um den Schutz der körperlichen und geistigen Gesundheit sicherzustellen und zu verbessern».
OLT 3 ist schnell Gegenstand von Kommentaren des SECO, das fünf Maßnahmen vorschlägt, die jedes Schweizer Unternehmen umsetzen sollte, darunter die Benennung einer Vertrauensperson in der Firma (PCE), intern oder extern, an die sich die Betroffenen im Falle eines Konflikts wenden können, um Rat und Unterstützung bei der Suche nach einer Lösung für das Problem zu erhalten.
Am 9. Mai 2012 hat ein Urteil des Bundesgerichts diesen Kommentaren Gesetzeskraft verliehen und die Unternehmen aufgefordert, eine vertrauenswürdige Person zu ernennen, um interne Konflikte zu verhindern und die Gesundheit der Arbeitnehmer, insbesondere die psychische Gesundheit, zu schützen.
Ein erweiterter Tätigkeitsbereich
Wenn wir über «PCE» sprechen, sind die ersten Worte, die uns in den Sinn kommen: mobbing et harcèlement. Ihr Wirkungsbereich ist jedoch breiter und hat sich in Richtung der Prävention und Behandlung aller psychosozialen Risiken entwickelt, wie etwa:
- Diskriminierung
- Gefühl der Überwachung
- Stress
- Burn out
- Belästigung (psychisch/sexuell)
- Verletzung der persönlichen Integrität
- Konsum von Stoffen
- Konflikte
Rolle der PCE
Die Vertrauensperson im Unternehmen stellt eine telefonische Hotline für alle Mitarbeiter eines Unternehmens zur Verfügung. Die PCE empfängt die arbeitssuchende Person in einem persönlichen Gespräch per Telefon oder persönlich, damit sie ihre Situation einem neutralen und wohlwollenden Dritten in einer sicheren und vertraulichen Umgebung mitteilen kann