Unterstützen, bevor sich Erschöpfung einstellt
Wenn die Gesundheit fragiler wird und das Arbeitstempo nicht nachlässt, wird es schwierig, das Gleichgewicht zu bewahren. In solchen Momenten kann eine aufmerksame Begleitung echte Unterstützung bieten und helfen, wieder etwas Stabilität zu finden.
In der Serie #Unterwegs teilen unsere Spezialistinnen und Spezialisten Begleitungsgeschichten, die den Weg veranschaulichen, den wir gemeinsam mit den von uns unterstützten Menschen und Unternehmen gehen. Es sind anonymisierte Wege, geprägt von Resilienz, Zuhören und konkreten Erfahrungen aus der Praxis.
Der Ausgangpunkt
Ein Unternehmen wendet sich an uns, um Herrn G. zu begleiten, der eine schwierige Phase durchlebt. Er ist nicht krankgeschrieben, doch seine gesundheitlichen Sorgen nehmen immer mehr Raum ein. Der Arbeitgeber möchte frühzeitig handeln, bevor alles zu belastend wird.
Einige Monate zuvor hatte er bereits eine schwere Krankheit durchgestanden. Dann führt ein plötzliches Unwohlsein ohne Vorwarnung zu einem Krankenhausaufenthalt. Dabei werden Läsionen im Gehirn festgestellt. Eine eindeutige Diagnose liegt jedoch noch nicht vor.
Die Ärztinnen und Ärzte ziehen mehrere Möglichkeiten in Betracht, können sich aber noch nicht mit Sicherheit festlegen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um mehr Klarheit zu gewinnen.
In der Zwischenzeit arbeitet Herr G. so gut es geht weiter. Die Nächte sind kurz, die Müdigkeit nimmt zu, und jeder Tag erfordert zusätzliche Anstrengung. Die Sorge bleibt in seinem Kopf präsent. Dennoch geht er seinen Weg weiter, überzeugt davon, so lange weiterzumachen, wie er die Kraft dazu hat.
Schritt für Schritt
Im Rahmen eines Gesprächs fragt unser Spezialist ihn, wie es ihm noch gelingt, das Tempo aufrechtzuerhalten.
Anschliessend stellt er ihm eine zentrale Frage: „Könnte Ihnen eine Auszeit guttun?“
Er antwortet sofort mit Nein. Zu Hause zu bleiben wäre noch schwieriger: zu viel Stille und zu viel Raum für Sorgen.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs zeigt sich nach und nach eine andere Möglichkeit: die Arbeitsbelastung zu reduzieren, ohne ganz aufzuhören. In Absprache mit seinem Arzt könnte er eine vorübergehende Reduktion seines Arbeitspensums in Betracht ziehen, um Struktur und soziale Kontakte zu behalten und gleichzeitig Zeit zur Erholung zu gewinnen.
Sein Arzt befürwortet dieses Vorgehen.
Daraufhin richten wir eine regelmäßige Begleitung ein, bestehend aus Treffen, Anrufen und Nachrichten. Eine kontinuierliche Unterstützung, die ihm hilft, in seinem eigenen Tempo voranzukommen, ohne überfordert zu werden.
Der zurückgelegte Weg
Einige Wochen später kontaktiert uns Herr G. nach einer weiteren Untersuchung. Die Diagnose steht fest: ein Schlaganfall und keine Rückkehr seiner früheren Krankheit.
Die Nachricht ist ernst, bringt ihm aber vor allem das, was ihm bisher gefehlt hat: Klarheit. Er weiß nun, womit er es zu tun hat und wie er behandelt werden kann. Dieses Verständnis nimmt ihm einen Teil seiner Ängste.
Nach und nach wird sein Alltag leichter. Der Schlaf kehrt zurück, die Müdigkeit lässt nach, und das Vertrauen findet wieder seinen Platz. Mit der Zeit erreicht er wieder sein ursprüngliches Arbeitspensum und wird stabiler und gelassener.
Diese frühzeitige Begleitung hat es ihm ermöglicht, diese Phase zu durchlaufen, ohne sich zu erschöpfen oder zu isolieren, und gleichzeitig in einem angepassten Rahmen mit seiner Arbeit verbunden zu bleiben. Auch der Arbeitgeber konnte ihn proaktiv unterstützen, indem er zum richtigen Zeitpunkt gehandelt hat, statt zu warten, bis sich die Situation verschlechtert.
Ein Gewinn für ihn, ein Gewinn für das Unternehmen. Eine schöne Veranschaulichung dessen, was es bedeutet, auf dem Weg zu sein: die Richtung anzupassen, wenn es am wichtigsten ist. Manchmal reicht eine kleine Anpassung, um alles zu verändern.
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